Inhalt
als Scan
S.2
S.3
S.4
1. Vorwort
Endlich ist es soweit!
Die Standleitung nach den USA steht seit dem 1. Nov. 89 und verbindet BelWü
und weitere Institutionen in der Südwest-Region mit dem amerikanischen INTERNET.
Über 2 Jahre Vorarbeiten waren nötig, von der Installation der IP-über-X.25-Karte
im Sept. 87 bis zur Freigabe der TCP/IP-orientierten XLINK-Dienste im Nov. 89.
Apropos: XLINK steht für "Extended LINK" und LINK ist das gute alte "Lokale
Informatik-Netz Karlsruhe". XLINK ist ein Gemeinschaftsprojekt des "Netzreferenzzentrums"
in meinem Institutsbereich mit der Informatik-Rechnerabteilung IRA. Glücklicherweise
stehe ich beiden Bereichen - in der IRA exzellent
von Michael Rotert
unterstützt - vor, sodaß wir die notwendige
externe und interne Koordinierung mit uns selbst abmachen können.
9.6 kBit/s sei nicht viel für eine USA-Verbindung mit einem 10 Mbit/s-Netz wie BelWü
dahinter, könnte jemand einwenden. Das ist richtig. Anderseits kann man theoretisch
3 GByte im Monat (30 Tage x 24h) darüber übertragen, was bei DATEX-P nach USA Gebühren
von mindestens DM 0,5 - 1 Mio monatlich entsprechen würde. Dies war umgedreht auch der Grund,
weswegen wir die INTERNET-Dienste, insbesondere FTP über X.25, nicht
freigegeben hatten, obwohl diese im LINK schon seit April 88 liefen. Umgekehrt muß man aufpassen,
daß man nicht unrealistischen Preis/Leistungs-Vorstellungen verfällt.
Zum einen lassen sich die 3 GByte/Monat nicht echt aus der Leitung herausholen, zum
anderen gehört zu einer guten Leitung auch noch weitere Technik und Betreuung, die
zusammen fast 80% der Gesamtkostenberechnung ausmachen. Dieses führt zu einer Gebührenrechnung,
deren Tarife weiter unten dargestellt sind.
Wer gehofft hatte, mit Standleitungen und Pauschalgebühren für einen WIN-Anschluß sei das
leidige ACCOUNTING-Thema vom Tisch, hat sich zu früh gefreut. Es kommt unter der Überschrift
Kapazitätsmanagement in anderem Gewande wieder hoch und zwingt genauso zur Endbenutzer/
Knoten/ Institution - oder wie auch immer Erfassung und gegebenenfalls Abrechnung. Die
alte und wieder neue tröstliche Erfahrung
"Netzdienste, die nichts kosten, taugen nichts"
oder anders formuliert,
"If we don't charge, we risk to have not the best network services"
Frode Greisen, Sydney, 29.11.89
liefern Ansporn und Druckmittel zugleich. Die XLINK-Truppe, nach außen
durch Arnold Nipper
und Markus Bläser
vertreten,
betrachtet es als Challenge, sich über Netzeinnahmen selbst zu finanzieren.
Hierzu muß man nicht nur Dienste zum Laufen bringen, sondern auch darüber informieren
und was fast noch wichtiger ist, darüber informiert sein, was läuft.
Hierzu hält die Truppe weltweit intensivst Verbindung und arbeitet in den einschlägigen
Gremien aktiv mit. Allein in den letzten 4 Monaten fanden folgende Treffen statt:
- WORKSHOP "Existierende Rechnernetze", Hamburg-Harburg 12./13.10.89
- 1. Treffen der deutschen INTERNET-AG, FhG/IITB, Karlsruhe 3.11.89
- 2. RIPE-Meeting, Amsterdam, 29.11.89
- IANW'89 - 9. International Academic Networkshop - Sydney, 28.-30.11.89
- 3. RIPE-Meeting, Amsterdam, 22.1.90
- 2. Treffen der deutschen INTERNET-AG, DFN-Verein, Berlin 25.1.90
wobei sich die europäischen Aktivitäten nicht nur im INTERNET-Bereich derzeit förmlich
überschlagen. Über diese rasante Entwicklung - natürlich auch unter Einbeziehung der
OSI-Dienste -, nutzerorientiert, zeitnah und kompetent zu informieren, ist Ziel der
XLINK-NEWS.
Vieles in der vorliegenden Ausgabe resultiert aus obigen Veranstaltungen, wobei wir sicher
sind, daß uns der Stoff für Nachfolgeblätter nicht ausgehen wird. Über Zulieferungen aus dem
Leserkreis freuen wir uns dabei ebenso wie über kritische Anregungen.
Viel Nutzen vom Lesen
Werner Zorn